Kommunaler Lebenswandel: Sterkrader Straße, ehem. Provinzstraße.
Die Provinzialstraße, hier auf einer Ansichtskarte mit Poststempel vom 25.08.1906, trennte in Eisenheim nicht nur die Gemeinden Sterkrade und Osterfeld, sondern zugleich auch die preußischen Provinzen Rheinland und Westfalen. Rechts im Bild, Ecke Kasernenstraße (auf Osterfelder Seite) stand damals die Gastwirtschaft „Westfälische Hof“ von Heinrich Keuschen. Im Haus dahinter befanden sich die Drogerie und die Kolonialwarenhandlung von Leo und Maria Keuschen. Am Ende stand eine Reihe gleichförmiger Häuser für die Meister der GHH (Gutehoffnungshütte). Heinrich Keuschen gehörten in Eisenheim auch eine Brotfabrik und eine Zementwarenfabrik.
Aus der Kasernenstraße – dort befand sich ein Arbeiterwohnheim, im Volksmund „Kaserne“ genannt – wurde die Fuldastraße, aus der Provinzialstraße die Sterkrader Straße, hier in einer Aufnahme vom 24.11.2025. Die Brotfabrik von Heinrich Keuschen (Fuldastraße 4) entwickelte sich zur Fabrik für Reißverschlüsse, dann zu einem soziokulturellen Zentrum (Werkstatt Eisenheim e.V.) und weiter zum Standort verschiedener Gewerbe. Die Zementwarenfabrik führte bis in die 1980er Jahre Karl Keuschen an der Fahnhorststraße, der Lebensmittelhandel der Familie Keuschen endete in den 1990er Jahren als KSB (Keuschens Selbstbedienungsmarkt) an der Wanner Straße.




